Akuter Myokardinfarkt und Rehabilitation: Zur moderierenden Rolle individueller Attributionen in der Arzt-Patient-Beziehung - Christoph Herrmann

By Christoph Herrmann

Release Date: 2004-06-04

Genre: Psychology

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Der akute Myokardinfarkt nimmt in einer Statistik zu den 10 hĂ€ufigsten Todesursachen im Jahr 2001 den 2ten Platz ein. In jenem Jahr starben allein in Deutschland insgesamt 65-tausend MĂ€nner und Frauen (7,9% Anteil an GesamtsterbefĂ€llen) aufgrund eines akuten Myokardinfratkes. Rechnet man die "Chronisch ischĂ€mische Herzkrankheit" (92-tausend; 11,2% Anteil an GesamtsterbefĂ€llen) und die Herzinsuffizienz (56-tausend; 8% Anteil an GesamtsterbefĂ€llen) dazu, starben im Jahre 2001 214-tausend Menschen (25,9% Anteil an GesamtsterbefĂ€llen) an Erkrankungen des Herzens (vgl. Statistisches Bundesamt 2003). Die Idee zur vorliegenden Arbeit entstand im Rahmen der Lehrveranstaltung „Psychologie der Interkulturellen Kommunikation“ und meiner Mitarbeit in einem kooperativen Forschungsprojekt zur „Reduktion der PrĂ€hospitalzeit von Myokardinfarktpatienten“. Eher zufĂ€llig stieß ich dabei auf eine Untersuchung von Daniel Bar-On (1986, 1999), in der die Attributionsstile von Myokardinfarktpatienten zu deren „rehabilitation outcomes“ in Beziehung gesetzt wurden. Interessanterweise bezog der Autor die Attributionsmuster der behandelnden Ärzte sowie die Auswirkungen auf den Rehabilitationsprozess in seine Analyse ein. Seine Untersuchungsergebnisse motiviterten mich angesichts deren Relevanz fĂŒr das Projekt und die Lehrveranstaltung zu einer weiteren Auseinandersetzung mit diesem Thema. Was hat Kafkas Protagonist mit dem Thema dieses Aufsatzes zu tun? Der Zustand Gregors ist phĂ€nomenologisch mit der Lage vergleichbar, in der sich ein Mensch mit plötzlicher (unerwarteter) Erkrankung befindet. Ebenso wie sich Gregor nach der Verwandlung „in seiner Haut“ gefĂŒhlt haben mag, können wir uns vorstellen, fĂŒhlen sich Opfer eines akuten Myokardinfarkts. Ich spreche von „Opfern“, da sowohl Gregors Situation, als auch die eines Patienten mit akutem Myokardinfarkt alles hat, was eine Krise im psychologischen Sinne kennzeichnet: Unvorhersehbarkeit und Unkontrollierbarkeit eines aversiven Ereignisses, dessen Ursachen im Verborgenen liegen. Die individuellen Attributionen (im Sinne von Antworten auf WARUM-Fragen), die in solch einer Situation gegeben werden, sind fĂŒr die physische und psychische BewĂ€ltigung (Coping) von entscheidender Bedeutung.

Akuter Myokardinfarkt und Rehabilitation: Zur moderierenden Rolle individueller Attributionen in der Arzt-Patient-Beziehung - Christoph Herrmann

By Christoph Herrmann

Release Date: 2004-06-04

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Der akute Myokardinfarkt nimmt in einer Statistik zu den 10 hĂ€ufigsten Todesursachen im Jahr 2001 den 2ten Platz ein. In jenem Jahr starben allein in Deutschland insgesamt 65-tausend MĂ€nner und Frauen (7,9% Anteil an GesamtsterbefĂ€llen) aufgrund eines akuten Myokardinfratkes. Rechnet man die "Chronisch ischĂ€mische Herzkrankheit" (92-tausend; 11,2% Anteil an GesamtsterbefĂ€llen) und die Herzinsuffizienz (56-tausend; 8% Anteil an GesamtsterbefĂ€llen) dazu, starben im Jahre 2001 214-tausend Menschen (25,9% Anteil an GesamtsterbefĂ€llen) an Erkrankungen des Herzens (vgl. Statistisches Bundesamt 2003). Die Idee zur vorliegenden Arbeit entstand im Rahmen der Lehrveranstaltung „Psychologie der Interkulturellen Kommunikation“ und meiner Mitarbeit in einem kooperativen Forschungsprojekt zur „Reduktion der PrĂ€hospitalzeit von Myokardinfarktpatienten“. Eher zufĂ€llig stieß ich dabei auf eine Untersuchung von Daniel Bar-On (1986, 1999), in der die Attributionsstile von Myokardinfarktpatienten zu deren „rehabilitation outcomes“ in Beziehung gesetzt wurden. Interessanterweise bezog der Autor die Attributionsmuster der behandelnden Ärzte sowie die Auswirkungen auf den Rehabilitationsprozess in seine Analyse ein. Seine Untersuchungsergebnisse motiviterten mich angesichts deren Relevanz fĂŒr das Projekt und die Lehrveranstaltung zu einer weiteren Auseinandersetzung mit diesem Thema. Was hat Kafkas Protagonist mit dem Thema dieses Aufsatzes zu tun? Der Zustand Gregors ist phĂ€nomenologisch mit der Lage vergleichbar, in der sich ein Mensch mit plötzlicher (unerwarteter) Erkrankung befindet. Ebenso wie sich Gregor nach der Verwandlung „in seiner Haut“ gefĂŒhlt haben mag, können wir uns vorstellen, fĂŒhlen sich Opfer eines akuten Myokardinfarkts. Ich spreche von „Opfern“, da sowohl Gregors Situation, als auch die eines Patienten mit akutem Myokardinfarkt alles hat, was eine Krise im psychologischen Sinne kennzeichnet: Unvorhersehbarkeit und Unkontrollierbarkeit eines aversiven Ereignisses, dessen Ursachen im Verborgenen liegen. Die individuellen Attributionen (im Sinne von Antworten auf WARUM-Fragen), die in solch einer Situation gegeben werden, sind fĂŒr die physische und psychische BewĂ€ltigung (Coping) von entscheidender Bedeutung.

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