Rumgurken - Tex Rubinowitz

By Tex Rubinowitz

Release Date: 2012-06-01

Genre: Literary Fiction

(0 ratings)
Paralleltourismus
Tex Rubinowitz' Reiseberichte sind phantastisch, komisch und ganz ohne Vorbild. Und die Reisen gehen, konsequent an allen «SehenswĂŒrdigkeiten» vorbei, an Orte, die mal wirklich interessant sind. In Bhutan besucht er eine königliche Hochzeit, mit einer Verkehrsampel im GepĂ€ck, denn die gibt es in dem Land auf dem Dach der Welt bisher noch nicht. In Porto geht er auf eine Ingo-Schulze-Lesung, die in der Erkenntnis gipfelt, dass Porto nicht gerade der gĂŒnstigste Ort fĂŒr eine Ingo-Schulze-Lesung ist. Ob in Baku, Budapest, Beppu oder Berlin, auf dem Schlager-Grand-Prix, dem Bachmann-Wettbewerb oder dem nördlichsten Filmfestival der Welt in SodankylĂ€: Überall kommt Rubinowitz mit den Leuten ins GesprĂ€ch; immer fĂŒhren die GesprĂ€che in SphĂ€ren, die selten ein Mensch betrat.
«Ich rede gerne mit Menschen, ja, das muss man so sagen, statt sie anzustarren, zu ignorieren, mit ihnen zu schlafen oder sie zu hassen, das kann man alles danach immer noch, aber zunĂ€chst einmal reden. Meine Mutter hat mir erzĂ€hlt, ich hĂ€tte als Kind sogar mit Holz geredet und mit Hunden, aber mit dem falschen Ende, der wedelnde Schwanz war mir wohl kommunikativer. Bereits damals ließ ich mich offenbar von Paul Watzlawicks Axiom, dass man nicht nicht kommunizieren könne, durchs Leben lenken. Reden ist fĂŒr mich wie Atmen, die beiden TĂ€tigkeiten sind sich ja im Grunde nicht unĂ€hnlich und wichtiger als Essen, Essen ist verzichtbar, Reden nicht. Ohne Kommunikation wĂ€ren wir ausgestorben, ohne Essen nicht, wir hĂ€tten gelernt, uns osmotisch zu ernĂ€hren, das ist wohl auch der Grund, warum ich nach wie vor mit BĂ€umen rede, vielleicht, um ihnen die Technik der Photosynthese zu entlocken. Ich habe einmal in Japan einen ganzen Nachmittag mit einem trisomischen Kind geredet, es ging, wir erfanden eine neue Sprache.»

Rumgurken - Tex Rubinowitz

By Tex Rubinowitz

Release Date: 2012-06-01

Genre: Literary Fiction

(0 ratings)
Paralleltourismus
Tex Rubinowitz' Reiseberichte sind phantastisch, komisch und ganz ohne Vorbild. Und die Reisen gehen, konsequent an allen «SehenswĂŒrdigkeiten» vorbei, an Orte, die mal wirklich interessant sind. In Bhutan besucht er eine königliche Hochzeit, mit einer Verkehrsampel im GepĂ€ck, denn die gibt es in dem Land auf dem Dach der Welt bisher noch nicht. In Porto geht er auf eine Ingo-Schulze-Lesung, die in der Erkenntnis gipfelt, dass Porto nicht gerade der gĂŒnstigste Ort fĂŒr eine Ingo-Schulze-Lesung ist. Ob in Baku, Budapest, Beppu oder Berlin, auf dem Schlager-Grand-Prix, dem Bachmann-Wettbewerb oder dem nördlichsten Filmfestival der Welt in SodankylĂ€: Überall kommt Rubinowitz mit den Leuten ins GesprĂ€ch; immer fĂŒhren die GesprĂ€che in SphĂ€ren, die selten ein Mensch betrat.
«Ich rede gerne mit Menschen, ja, das muss man so sagen, statt sie anzustarren, zu ignorieren, mit ihnen zu schlafen oder sie zu hassen, das kann man alles danach immer noch, aber zunĂ€chst einmal reden. Meine Mutter hat mir erzĂ€hlt, ich hĂ€tte als Kind sogar mit Holz geredet und mit Hunden, aber mit dem falschen Ende, der wedelnde Schwanz war mir wohl kommunikativer. Bereits damals ließ ich mich offenbar von Paul Watzlawicks Axiom, dass man nicht nicht kommunizieren könne, durchs Leben lenken. Reden ist fĂŒr mich wie Atmen, die beiden TĂ€tigkeiten sind sich ja im Grunde nicht unĂ€hnlich und wichtiger als Essen, Essen ist verzichtbar, Reden nicht. Ohne Kommunikation wĂ€ren wir ausgestorben, ohne Essen nicht, wir hĂ€tten gelernt, uns osmotisch zu ernĂ€hren, das ist wohl auch der Grund, warum ich nach wie vor mit BĂ€umen rede, vielleicht, um ihnen die Technik der Photosynthese zu entlocken. Ich habe einmal in Japan einen ganzen Nachmittag mit einem trisomischen Kind geredet, es ging, wir erfanden eine neue Sprache.»

Related Articles