Deutschland. Ein Wintermaerchen - Heinrich Heine

By Heinrich Heine

Release Date: 2013-05-28

Genre: Poetry

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Das nachstehende Gedicht schrieb ich im diesjĂ€hrigen Monat Januar zu Paris, und die freie Luft des Ortes wehete in manche Strophe weit schĂ€rfer hinein, als mir eigentlich lieb war. Ich unterließ nicht, schon gleich zu mildern und auszuscheiden, was mit dem deutschen Klima unvertrĂ€glich schien. Nichtsdestoweniger, als ich das Manuskript im Monat MĂ€rz an meinen Verleger nach Hamburg schickte, wurden mir noch mannigfache Bedenklichkeiten in ErwĂ€gung gestellt. Ich mußte mich dem fatalen GeschĂ€fte des Umarbeitens nochmals unterziehen, und da mag es wohl geschehen sein, daß die ernsten Töne mehr als nötig abgedĂ€mpft oder von den Schellen des Humors gar zu heiter ĂŒberklingelt wurden. Einigen nackten Gedanken habe ich im hastigen Unmut ihre FeigenblĂ€tter wieder abgerissen, und zimperlich spröde Ohren habe ich vielleicht verletzt. Es ist mir leid, aber ich tröste mich mit dem Bewußtsein, daß grĂ¶ĂŸere Autoren sich Ă€hnliche Vergehen zuschulden kommen ließen.

Deutschland. Ein Wintermaerchen - Heinrich Heine

By Heinrich Heine

Release Date: 2013-05-28

Genre: Poetry

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Das nachstehende Gedicht schrieb ich im diesjĂ€hrigen Monat Januar zu Paris, und die freie Luft des Ortes wehete in manche Strophe weit schĂ€rfer hinein, als mir eigentlich lieb war. Ich unterließ nicht, schon gleich zu mildern und auszuscheiden, was mit dem deutschen Klima unvertrĂ€glich schien. Nichtsdestoweniger, als ich das Manuskript im Monat MĂ€rz an meinen Verleger nach Hamburg schickte, wurden mir noch mannigfache Bedenklichkeiten in ErwĂ€gung gestellt. Ich mußte mich dem fatalen GeschĂ€fte des Umarbeitens nochmals unterziehen, und da mag es wohl geschehen sein, daß die ernsten Töne mehr als nötig abgedĂ€mpft oder von den Schellen des Humors gar zu heiter ĂŒberklingelt wurden. Einigen nackten Gedanken habe ich im hastigen Unmut ihre FeigenblĂ€tter wieder abgerissen, und zimperlich spröde Ohren habe ich vielleicht verletzt. Es ist mir leid, aber ich tröste mich mit dem Bewußtsein, daß grĂ¶ĂŸere Autoren sich Ă€hnliche Vergehen zuschulden kommen ließen.

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