Die Konzeption der Risikogesellschaft von Ulrich Beck erscheint 1986 erstmals mit dem
Untertitel âAuf dem Weg in eine andere Moderneâ. In diesem Werk nĂ€hert sich der Autor
der modernen Gesellschaft analytisch auf neue Weise an, indem er sie als zunehmend
reflexiv in ihren Denk- und Handlungsmustern begreift. Es ist der Weg in eine andere
Moderne, der ihn beschÀftigt, der Abschied von der ersten Moderne, die in Gestalt der
Industrie- und Klassengesellschaft das Bewusstsein bestimmt. Die zweite, die andere
Moderne kennt Risiken in bislang unbekannter Dimension, neue Unsicherheiten durch âdie
Erfahrung eines beschleunigten Strukturwandelsâ (BonĂ, 2000, 25).
Die Analyse der Gesellschaft zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts baut Beck auf breiter
Grundlage auf. Es entsteht dabei das Bild einer ânoch weitgehend unbegriffene[n] Epoche
des Industrialismusâ (Beck, 1991, 98), das vor allem die Dimension der ökologischen Risiken
und Gefahren durch technisch-wissenschaftliche Entwicklungen der Moderne in die Analyse
der Gesellschaft einbezieht.
Der technologisch-ökologischen Seite des Fortschritts und der damit verbundenen Risiken
widmet er weite Teile seines Werkes, das durch den zeitnahen Reaktorunfall von
Tschernobyl ungeahnte AktualitĂ€t erfĂ€hrt. Ăkologie und Technologie beschĂ€ftigen Beck und
in der Auseinandersetzung mit diesen Themen nimmt sein Werk bisweilen fortschritts- und
wissenschaftskritische ZĂŒge an.
Am stÀrksten greifen die neuen Unsicherheiten der zweiten Moderne auf das Individuum
ĂŒber und bestimmen alle Bereiche seiner Lebenswelt. Die âErosion, VerflĂŒssigung und
Auflösung tradierter Bindungenâ (BonĂ, 2000, 27), die neue Suche nach IdentitĂ€t und die
damit verbundene Umdeutung sozialer Strukturen â[j]enseits von Klasse und Schichtâ (Beck,
1986, 121) kennzeichnen die Biografien der reflexiven Moderne.
Risikogesellschaft wird so zu einem allumfassenden PhÀnomen, das Individuen wie
Institutionen erfasst und etablierte Denk- und Funktionsweisen der Gesellschaft in Frage
stellt. Damit wandeln sich auch Bedeutung und Inhalt von Politik, entsteht eine eigenartige
Verschiebung politischer EinflusssphĂ€ren und Kompetenzen â weg vom Zentrum und von
den RĂ€ndern, hin zu etwas Neuem, einem Raum der âSubpolitikâ (Ebd., 304).
Die Konzeption der Risikogesellschaft in ihren Kernthesen - Thomas Koch
Die Konzeption der Risikogesellschaft von Ulrich Beck erscheint 1986 erstmals mit dem
Untertitel âAuf dem Weg in eine andere Moderneâ. In diesem Werk nĂ€hert sich der Autor
der modernen Gesellschaft analytisch auf neue Weise an, indem er sie als zunehmend
reflexiv in ihren Denk- und Handlungsmustern begreift. Es ist der Weg in eine andere
Moderne, der ihn beschÀftigt, der Abschied von der ersten Moderne, die in Gestalt der
Industrie- und Klassengesellschaft das Bewusstsein bestimmt. Die zweite, die andere
Moderne kennt Risiken in bislang unbekannter Dimension, neue Unsicherheiten durch âdie
Erfahrung eines beschleunigten Strukturwandelsâ (BonĂ, 2000, 25).
Die Analyse der Gesellschaft zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts baut Beck auf breiter
Grundlage auf. Es entsteht dabei das Bild einer ânoch weitgehend unbegriffene[n] Epoche
des Industrialismusâ (Beck, 1991, 98), das vor allem die Dimension der ökologischen Risiken
und Gefahren durch technisch-wissenschaftliche Entwicklungen der Moderne in die Analyse
der Gesellschaft einbezieht.
Der technologisch-ökologischen Seite des Fortschritts und der damit verbundenen Risiken
widmet er weite Teile seines Werkes, das durch den zeitnahen Reaktorunfall von
Tschernobyl ungeahnte AktualitĂ€t erfĂ€hrt. Ăkologie und Technologie beschĂ€ftigen Beck und
in der Auseinandersetzung mit diesen Themen nimmt sein Werk bisweilen fortschritts- und
wissenschaftskritische ZĂŒge an.
Am stÀrksten greifen die neuen Unsicherheiten der zweiten Moderne auf das Individuum
ĂŒber und bestimmen alle Bereiche seiner Lebenswelt. Die âErosion, VerflĂŒssigung und
Auflösung tradierter Bindungenâ (BonĂ, 2000, 27), die neue Suche nach IdentitĂ€t und die
damit verbundene Umdeutung sozialer Strukturen â[j]enseits von Klasse und Schichtâ (Beck,
1986, 121) kennzeichnen die Biografien der reflexiven Moderne.
Risikogesellschaft wird so zu einem allumfassenden PhÀnomen, das Individuen wie
Institutionen erfasst und etablierte Denk- und Funktionsweisen der Gesellschaft in Frage
stellt. Damit wandeln sich auch Bedeutung und Inhalt von Politik, entsteht eine eigenartige
Verschiebung politischer EinflusssphĂ€ren und Kompetenzen â weg vom Zentrum und von
den RĂ€ndern, hin zu etwas Neuem, einem Raum der âSubpolitikâ (Ebd., 304).